Infektionen und Krankheiten während der Schwangerschaft

Auch wenn die meisten Schwangerschaften glücklicherweise ohne Auffälligkeiten verlaufen, gibt es einige Krankheiten, die für Mutter und Kind gefährlich sein können. Wie können Sie sich und Ihr Baby schützen? Wie können Sie einer Krankheit vorbeugen und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

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Infektion und Verlauf

Ringelröteln (Erythema infectiosum) sind eine Infektionskrankheit, die durch das Parvovirus B19 verursacht wird. Übertragen werden sie meist durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch (z.B. durch Niesen oder Husten). Die überwiegende Zahl der Infektionen erfolgt bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 5 und 15 Jahren. Nicht selten werden aber auch Erwachsene infiziert. Vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen im Allgemeinen 4 – 20 Tage.

Die Erkrankung beginnt häufig mit leichtem Fieber, Kopfschmerzen und einem juckenden Hautausschlag auf den Wangen, der sich schließlich über den ganzen Körper ausbreitet und ungefähr eine Woche bestehen bleibt. Bei etwa 10% der Kinder und 80% der Erwachsenen kommt es zu Gelenkbeschwerden, die mitunter Monate oder auch Jahre anhalten können.

Besonderheiten in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann das Virus über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden. Hier befällt es die Zellen, die für die Blutbildung verantwortlich sind. Eine schwere Anämie (Blutarmut), ein Hydrops fetalis(Wasseransammlung im kindlichen Gewebe) sogar ein Absterben des Fetus können die Folge sein.

Die Mehrzahl (ca. 60 %) der Infektionen verläuft ohne Erkrankungszeichen der Mutter!

Wie wird die Diagnose erstellt?

Ringelröteln werden häufig mit Röteln, Masern oder einer Allergie verwechselt. Eine sichere Diagnose kann nur durch eine Blutuntersuchung (Serologie) gestellt werden. Bei Infektionsverdacht oder Kontakt mit einem erkrankten Kind sollte unverzüglich eine serologische Untersuchung erfolgen, um die Ausgangslage zu kennen.

Wenn früher bereits eine Infektion durchgemacht wurde, besteht Immunschutz, so dass das ungeborene Kind nicht erkranken kann. Falls keine Immunität besteht, ist eine erneute Blutuntersuchung nach zwei Wochen erforderlich, um eine mögliche Infektion ausschließen zu können.

Therapie der Ringelröteln

Eine spezielle Therapie oder Prophylaxe gibt es nicht. Falls eine Erstinfektion in der Schwangerschaft vorliegt, ist eine engmaschige Überwachung zum Ausschluss einer schweren Infektion des Kindes in jedem Falle durchzuführen. Sie beinhaltet Ultraschallkontrollen und weitere Blutuntersuchungen alle 1-2 Wochen über einen Zeitraum von mindestens 6-8 Wochen hinweg. Kommt es zu einem Hydrops fetalis, kann ein Blutaustausch bei Kind in spezialisierten Kliniken durchgeführt werden.

Vorbeugung gegen Ringelröteln

Meiden Sie während der Schwangerschaft den Kontakt zu Kindern, die an Ringelröteln erkrankt sind. Allerdings kann eine Ringelrötelninfektion bei einer Person, zu der Sie Kontakt haben, häufig nicht gleich erkannt werden. Ob Sie einen Immunschutz aufgrund einer früher durchgemachten Infektion besitzen und damit Ihr Kind geschützt ist, können Sie durch eine Blutuntersuchung auf Ringelröteln für sich klären.

Die Kosten zur Überprüfung eines möglicherweise vorhandenen Immunschutzes werden allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Diese tragen nur die Kosten, wenn aktuell ein Kontakt mit einem ringelrötelnerkrankten Kind oder Erwachsenen bestand oder Sie selbst entsprechende Erkrankungszeichen zeigen.

Röteln (Rubella) gelten als typische meist harmlose Kinderkrankheit, ausgelöst durch Rötelnviren. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion, die Inkubationszeit beträgt 14 -21 Tage. Meist kommt es zu einem hellroten kleinfleckigen Hautausschlag, seltener auch zu Fieber und einer Schwellung der Lymphknoten. Das Allgemeinbefinden ist häufig nur gering beeinträchtigt, so dass eine Infektion auch völlig unbemerkt verlaufen kann.

Eine Rötelnerkrankung ist hoch ansteckend. Etwa eine Woche vor bis eine Woche nach Ausbildung des Hautausschlags ist ein Erkrankter infektiös.

Röteln-Test

Durch einen Bluttest und die Bestimmung des Röteln-Titers lässt sich erkennen, ob eine ausreichende Immunität gegen eine Infektion mit dem Röteln-Virus vorliegt. Bei einem Titergehalt unter 1:16 ist davon auszugehen, dass sich die Schwangere bei einem an Röteln Erkrankten anstecken würde. Sie sollte daher die Nähe eines (auch potentiell) Rötelnerkrankten bis zum Ende der Schwangerschaft meiden.

Der Röteln-Test gehört zu den Routine-Laboruntersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge.

Röteln in der Schwangerschaft

Röteln zählen zu den am meisten gefürchteten Infektionen während einer Schwangerschaft. Eine Erkrankung kann zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes führen. Je früher eine Infektion in der Schwangerschaft erfolgt, desto gravierender sind die Folgen.

Eine Ansteckung mit dem Rötelnvirus vor der 17. Schwangerschaftswoche führt in 30% aller Fälle zu einer Rötelnembryopathie (Gregg-Syndrom) mit Herzfehler, Augen- und Ohrenschäden, erheblicher geistiger und motorischer Behinderung und Minderwuchs. Eine Infektion ab der 17. SSW bleibt in 95% der Fälle ohne Folgen für das Kind.

Hat sich eine Schwangere ohne Immunschutz möglicherweise mit Röteln angesteckt, kann eine Gabe von Immunglobulinen (Antikörper) bis zum 8. Tag nach Kontakt mit dem Virus das Risiko einer Erkrankung senken.

Immunität und Impfung

Eine Infektion mit dem Rötelnvirus hinterlässt eine lebenslange Immunität. Eine Schutzimpfung ist möglich und wird meist mit einem kombinierten Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln durchgeführt. Die Rötelnimpfung wird von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) für alle Kinder ab dem Alter von 12 Monaten sowie für alle nicht-immunen Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen.

Etwa 5 bis 10 % aller werdenden Mütter entwickeln im Laufe der Schwangerschaft einen Diabetes, den so genannten Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Der Gestationsdiabetes ist eine vorübergehende Form der Zuckerkrankheit, die nur während der Schwangerschaft auftritt und sich nach der Entbindung wieder zurückbildet. Zu dieser Störung des Kohlehydratstoffwechsels kann es kommen, wenn eine unzureichende Insulinproduktion die hormonell bedingte Erhöhung des Blutzuckerspiegels nicht mehr ausgleichen kann.

Risikofaktoren

  • Alter der Mutter über 30
  • Übergewicht
  • Familiäre Vorbelastung
  • Vorangegangene Geburt eines Kindes über 4.500g
  • Vorangegangene Fehlgeburten oder Totgeburt
  • Zuckerstoffwechselstörung bei früheren Schwangerschaften
  • Bluthochdruck

Vorbeugung

Folgende Faktoren wirken sich vorbeugend gegen einen Schwangerschaftsdiabetes aus:

  • Körperliche Aktivität / Sport
  • Zuckerarme Ernährung
  • Verzicht auf süße, zuckerhaltige Getränke
  • Bei einer gesunden Ernährung mehr Gemüse als Obst essen

Folgen für Mutter und Kind

Ein hoher Blutzuckerspiegel kann für Mutter und Kind gefährlich werden.

Bei Schwangeren kann es zu folgenden Komplikationen kommen:

  • vermehrtes Auftreten von Harnwegsinfekten
  • schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck
  • erhöhte Fruchtwassermenge
  • vorzeitige Wehen
  • Entbindung durch Kaiserschnitt ist häufiger
  • Neigung zu Fehl- oder Totgeburten

Für das ungeborene Kind bestehen folgende Gefahren:

  • erhöhte Insulinproduktion
  • verstärktes Wachstums (zu groß und zu schwer)
  • Unreife (besonders der Lungen)
  • Neugeborenengelbsucht
  • häufiger Frühgeburten
  • Unterzuckerung nach der Geburt
  • Atemnotsyndrom

Symptome und Diagnose

Da der Schwangerschaftsdiabetes in aller Regel keine Beschwerden verursacht, bleibt er häufig unentdeckt. Man geht davon aus, dass etwa 50% der Diabetesfälle übersehen werden. Verdachtsmomente für einen Gestationsdiabetes können sich aus der Eigen- oder Familienanamnese, einer vorherigen Geburt sehr schwerer Kinder, der Urinuntersuchung (Ausscheidung von Zucker) und der Ultraschalluntersuchung ergeben.

Über einen oralen Glukose-Toleranz-Test lässt sich ein Schwangerschaftsdiabetes sicher diagnostizieren.

Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes

Wird ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, überweisen wir die werdende Mutter zur Mitbehandlung an einen Diabetologen. Bei einer leichten Erhöhung des Blutzuckers ist im Allgemeinen eine Ernährungsumstellung ausreichend. In einigen Fällen ist eine Insulintherapie notwendig. Eine konsequente Behandlung der erhöhten Blutzuckerwerte ist unbedingt erforderlich. Gelingt es, die Blutzuckerwerte im Normbereich zu halten, lassen sich sämtliche Komplikationen vermeiden.

Bei etwa 10-15% aller Frauen finden sich Streptokokken der Gruppe B im Genitalbereich. Diese Bakterien sind normalerweise harmlose Besiedler der Vaginalschleimhaut und rufen keine Symptome hervor. Schwangere können allerdings bei der Geburt das Neugeborene mit B-Streptokokken infizieren.

Als Folge davon können beim Kind kurz nach der Geburt („early onset“) oder nach 1 – 6 Wochen („late onset“) schwere Infektionen auftreten. Die Frühinfektion geht mit Blutvergiftung (Sepsis), Lungen- und Hirnhautentzündung einher. Mit neurologischen Schäden und Langzeitfolgen ist bei dieser frühen Form ebenfalls zu rechnen. Bei der Spätform kann das Risiko, insbesondere bei Frühgeborenen, an einer solchen Infektion zu sterben sehr hoch sein.

Vorbeugung gegen die B-Streptokokkeninfektion

Durch eine Behandlung der Mutter mit Antibiotika unter der Geburt kann das Infektionsrisiko für das Kind erheblich gesenkt werden.

In folgenden Fällen ist eine solche vorbeugende Behandlung sinnvoll:

  • Wenn bei einer vorherigen Geburt das Kind eine B-Streptokokkeninfektion hatte,
  • wenn bei der werdenden Mutter schon einmal ein Harnwegsinfekt mit B-Streptokokken nachgewiesen wurde,
  • wenn über einen Vaginalabstrich eine Besiedlung mit B-Streptokokken festgestellt wurde.

Eine Antibiotikatherapie längere Zeit vor der Geburt ist nicht ratsam, da die B-Streptokokken relativ schnell nach Beendigung der Therapie wieder auftauchen. Teilen Sie der Klinik oder Ihrer Hebamme mit, wenn bei Ihnen B-Streptokokken nachgewiesen wurden.

Die Toxoplasmose ist eine häufige, meist harmlose Infektionskrankheit. Bei fast jedem zweiten Erwachsenen lassen sich als Zeichen einer durchgemachten Infektion entsprechende Antikörper nachweisen.

Verursacher einer Toxoplasmose-Infektion ist ein einzelliger Parasit (Toxoplasma gondii). Hauptwirt dieses Parasiten ist die Katze. Die Eier des Toxoplasmose-Erregers werden mit dem Kot infizierter Katzen ausgeschieden und mit Wind oder Staub in der Umwelt verteilt. So können sie von Menschen, aber auch von Schlachttieren aufgenommen werden. Ist letzteres der Fall, geschieht Folgendes: Im Muskelgewebe des erkrankten Tieres bilden sich sogenannte Toxoplasmosezysten. Wird das befallene Fleisch vom Menschen roh verzehrt (z.B. als Mett oder Tatar) besteht die Gefahr einer Infektion. Sobald die Infektion eingetreten ist, bildet das Immunsystem Antikörper gegen den fremden Eindringling „Toxoplasma“.

Infektionswege

  1. Aufnahme der Toxoplasmose-Eier aus dem Katzenkot (z.B. beim Verzehr von ungewaschenem Salat, durch Gartenarbeit oder Kontakt mit einer infizierten Katze)
  2. Aufnahme von Toxoplasmosezysten beim Verzehr von zystenhaltigem Fleisch infizierter Schlachttiere, das noch roh ist oder nicht ausreichend gekocht oder gebraten wurde (z.B. Mett, Tartar, Steak).

Symptome

Eine typische Symptomatik, die sofort an eine Toxoplasmose denken lässt, gibt es nicht. In vielen Fällen verläuft eine Toxoplasmose-Infektion gänzlich unbemerkt. In anderen Fällen kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden und Schwellungen der Lymphknoten. Die einzige Diagnosemöglichkeit ist die Bestimmung der Antikörper im Blut.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Die Toxoplasmose ist für Nichtschwangere im Allgemeinen eine harmlose Erkrankung, die ohne weitere Folgen ausheilt. Nach einer durchgemachten Toxoplasmose-Infektion besteht eine bleibende Immunität. Eine Infektion des Kindes im Mutterleib kann dann nicht mehr erfolgen.
Risikoreicher ist dagegen eine Erstinfektion mit Toxoplasma während der Schwangerschaft. In diesem Fall kann die Krankheit auf das Ungeborene übertragen werden. Es besteht die Gefahr einer Fehlgeburt oder einer schweren Schädigung, insbesondere des kindlichen Gehirns. Daher ist die Toxoplasmose-Erstinfektion in der Schwangerschaft ein ernst zunehmendes Problem.

Diagnose der Toxoplasmose

Die frühzeitige Diagnose ist bei einer Toxoplasmose-Infektion für den Therapieerfolg entscheidend! Eine Diagnose kann nur über eine Blutuntersuchung gestellt werden, die allerdings nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge ist. Sie wird daher von den gesetzlichen Krankenkassen nur bezahlt, wenn ein konkret begründeter Infektionsverdacht besteht.

Behandlung einer Toxoplasmose

Toxoplasmose ist ein eindringliches Beispiel dafür, wie wichtig vorgeburtliche Untersuchungen für das Wohl des Kindes sind. Dank medizinischer Forschung ist es heutzutage möglich, eine Toxoplasmose zu heilen: Ergibt eine Blutprobe den Verdacht auf eine frische Toxoplasmose-Infektion, wird unverzüglich die Behandlung mit einem Antibiotikum eingeleitet. Ein großer Fortschritt, denn in früheren Zeiten war es nicht selten, dass eine Schwangerschaft wegen einer akuten Infektion abgebrochen wurde.

Vorbeugung gegen eine Toxoplasmose-Infektion

Wenn Sie noch keine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht und keine Antikörper-Schutz haben, raten wir Ihnen dringend:

  • Essen Sie nur gut gekochte oder gebratene Fleisch- und Wurstwaren.
  • Waschen Sie Gemüse, Salat und Früchte vor dem Verzehr sehr gründlich.
  • Waschen Sie Ihre Hände mit Seife – besonders nach der Gartenarbeit, vor und nach der Küchenarbeit, vor dem Essen.
  • Wenn Sie schwanger sind und eine Katze halten, achten Sie auf folgende Hinweise: Verwenden Sie Dosen- und Trockenfutter, halten Sie Ihre Katze nur in der Wohnung und lassen Sie den Kotkasten von einer anderen Person täglich mit heißem Wasser reinigen.
  • Zudem sollten die Toxoplasmose-Antikörper im weiteren Verlauf der Schwangerschaft regelmäßig kontrolliert werden.

Infektion und Verlauf

Windpocken (Varizellen) sind eine weitverbreitete Infektionskrankheit, ausgelöst durch das Varizella-Zoster-Virus. Sie tritt vor allem bei Kindern auf und geht einher mit einem bläschenförmigen Ausschlag.

Übertragen werden Windpocken von Mensch zu Mensch. Dies geschieht durch Tröpfcheninfektion, d.h. über Nasen- und Rachensekret (z.B. durch Niesen oder Husten), seltener über den Stuhl und den Urin von Erkrankten.

Vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen im Allgemeinen 10 – 21 Tage. Typische Krankheitszeichen sind früh einsetzendes Fieber, ein Ausschlag mit Pusteln und Bläschen sowie eine mäßige Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens.

In den meisten Fällen wird der Ausschlag etwa 24 Stunden nach dem Einsetzen des Fiebers sichtbar. Er beginnt im Gesicht, auf der Kopfhaut oder auf den Schultern mit zahlreichen roten, weit verstreuten Pusteln, die sich nach und nach über den ganzen Körper ausbreiten. Nach 2 – 3 Wochen verschwindet der Ausschlag wieder.

Besonderheiten in der Schwangerschaft

Die meisten Schwangeren sind durch eine frühere, oft in der Kindheit durchgemachte Infektion geschützt. Jede 20. Frau besitzt aber keine Immunität und kann sich im Schwangerschaftsverlauf bei einem erkrankten Kind oder auch an einem an Gürtelrose erkrankten Erwachsenen mit Windpocken infizieren.

Infektion in den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft

Bei einer Infektion der Mutter erkrankt das ungeborene Kind selten. Im Falle einer Infektion, sind die Folgen allerdings schwerwiegend. Es kommt zu einem Hautbefall mit Narbenbildung, unterentwickelten Armen und Beinen, niedrigem Geburtsgewicht, Schädigungen am Auge und am Gehirn und einer hohen Sterblichkeit.

Infektion um den Geburtstermin

Ein besonders hohes Risiko zu erkranken, besteht für das Kind um den Zeitpunkt des Geburtstermins herum. Für etwa ein Drittel der Kinder nimmt die Infektion einen tödlichen Verlauf. Erkrankt die Mutter früher als 4 Tage vor der Entbindung, erhält das Kind mütterliche Antikörper, die es vor der Infektion schützen oder den Krankheitsverkauf deutlich abschwächen. Bei Erkrankungseintritt zwischen dem 4. Tag und dem 2. Tag nach Entbindung ist ein solcher Schutz nicht mehr gewährleistet und des kommt zu einer schweren Infektion des Kindes.

Feststellung des Immunschutzes

Nach einer durchgemachten Windpockeninfektion besteht eine bleibende Immunität und eine Infektion des Kindes kann nicht erfolgen. Für das Ungeborene kann daher nur die Erstinfektion gefährlich werden Daraus ergibt sich, dass Sie zunächst einmal klären sollten, ob Sie früher bereits eine Windpockeninfektion durchgemacht haben und daher geschützt sind.

Sollte dies nicht gewiss sein, kann eine Varizellenserologie durchgeführt werden, deren Kosten allerdings von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Diese tragen nur die Kosten, wenn aktuell ein Kontakt mit Erkrankten bestand.

Was tun, wenn kein Immunschutz besteht?

Falls bei Ihnen keine Immunität gegen Windpocken besteht, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen unbedingt beachten:

  • Meiden Sie Kontakt mit Kindern, die an Windpocken erkrankt sind, sowie mit Gürtelrosepatienten.
  • Sollten Sie dennoch Kontakt mit einem Erkrankten haben, wenden Sie sich bitte sofort an uns und besprechen mit uns das weitere Vorgehen. Wir werden dann schnellstmöglich eine entsprechende Vorsorgebehandlung einleiten.

Auch eine Impfung gegen Varizellen ist seit kurzer Zeit möglich, darf aber nur bei Nichtschwangeren erfolgen.

Das Zytomegalie-Virus (CMV) kann durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten bzw. durch Schleimhautkontakt sowie durch Blut und Blutprodukte übertragen werden. Die Erstinfektion verläuft meist ohne oder nur mit leichten und uncharakteristischen Beschwerden (Fieber, Lymphknotenschwellung). Selten kann es auch zu einer Gelbsucht oder Herzmuskelentzündung kommen. Schwere Infektionsverläufe werden überwiegend nur bei immunabwehrgeschwächten Patienten (z.B. Krebs- oder AIDS-Kranke) beobachtet.

Zytomegalie-Infektion in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann das Virus über die Plazenta oder bei Geburt über den Geburtskanal auf das Kind übertragen werden. Besonders gefährdet sind die Kinder von Müttern, die eine Erstinfektion in der Frühschwangerschaft durchmachen.

Etwa 13% dieser im Mutterleib infizierten Kinder haben bei Geburt klinische Auffälligkeiten, z.B. zu geringes Geburtsgewicht, Einblutungen in die Haut, Gelbsucht, Leber- und Milzvergrößerung. Außerdem können schwerwiegende und zumeist bleibende Schädigungen wie Mikrozephalus (zu kleiner Kopf), Verkalkungen im Gehirn, verzögerte geistige und körperliche Entwicklung, Hörverlust und Schädigung der Augen auftreten.

Diagnose einer Zytomegalie-Infektion

Eine sichere Diagnose ist nur durch die Bestimmung der CMV-Antikörper im Blut möglich. Durch die Blutuntersuchungkann auch festgestellt werden, ob die Patientin durch eine bereits durchgemachte Zytomegalie-Infektion immun oder durch eine Erstinfektion gefährdet ist.

Bei fehlender Immunität sollten regelmäßige Kontrollen erfolgen, um eine neu auftretende Infektion zeitig diagnostizieren zu können. Die Kosten hierfür werden allerdings von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Diese tragen nur Kosten, wenn aktuell ein Kontakt mit einem Erkrankten bestand oder Sie selbst entsprechend Erkrankungszeichen zeigen.

Wird eine frische Infektion in der Schwangerschaft nachgewiesen, erfolgt eine Untersuchung des Fruchtwassers, um zu erkennen, ob das Kind infiziert wurde. Alle nachfolgenden Maßnahmen werden wir mit Ihnen entscheiden.

Therapie

Eine wirksame Therapie gibt es bisher nicht.

Vorbeugung

Eine Impfung gegen Zytomegalie gibt es nicht.

Das Virus ist auf Speichel- und Urin-kontaminierten Gegenständen bis zu 48 Stunden infektiös, kann jedoch durch Seife inaktiviert werden. Schwangere können daher durch einfache Hygienemaßnahmen das Risiko einer Infektion vermindern: Wichtig ist sorgfältiges Händewaschen mit Seife nach jeder Art von Kontakt mit Körperausscheidungen von Kleinkindern (Windelwechseln, Füttern, Naseputzen, Abwischen von Tränen und Speichel, Berühren von bespeicheltem Spielzeug etc.).

Auch sollten Sie Kleinkinder nicht auf den Mund küssen, nicht deren Essensreste verzehren und nicht gemeinsam mit ihnen Ess- und Trinkgefäße, Besteck, Zahnbürsten, Waschlappen oder Handtücher benutzen.

Keuchhusten (Pertussis) wird durch Bakterien verursacht. Der Erreger ist weltweit verbreitet und kann auch von Personen weitergegeben werden, die unbemerkt daran erkranken. In jedem Lebensalter sind harmlose bis schwere Krankheitsverläufe möglich. Für Babys kann Keuchhusten sogar lebensbedrohlich sein. Ein Drittel bis rund die Hälfte aller erkrankten Säuglinge steckt sich bei den eigenen Eltern an.

Eine Impfung ist die beste Möglichkeit, sich gegen Keuchhusten zu schützen. Sie verringert das Risiko zu erkranken oder schwere Komplikationen zu erleiden. Wenn die Mutter in der Schwangerschaft geimpft wurde, erhält das Neugeborene einen Nestschutz gegen Keuchhusten bis es selbst geimpft werden kann. Dies ist erst ab dem Alter von zwei Monaten möglich und erst nach mindestens zwei Impfstoffdosen wird ein ausreichender Schutz bei der Mehrzahl der Säuglinge aufgebaut.

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